Letzter Tag in Westafrika

Trotz des funktionierenden Stehventilators wurde es in unserem Zimmer in der Nacht ziemlich heiss. Ich schlief darum mehr schlecht als recht. Eigentlich hatten wir ausschlafen wollen, doch um 9 Uhr standen wir schliesslich auf.

Eine Stunde später verliessen wir unser Guesthouse. Zum Frühstück wollten wir uns gegrillte Bananen kaufen. Wir hatten jedoch vergessen in Erwägung zu ziehen, dass heute Sonntag ist und praktisch alle Strassenverkäufer nicht an ihrem Platz waren. Die Strassen waren nahezu wie leergefegt. Also machten wir uns auf zum Hotel Bellevue, um herauszufinden, ob diese Pizzas schon zur Mittagszeit anbieten. Es gibt sie jedoch erst ab 18:30 Uhr.

Graffittis in Lomé

Graffittis in Lomé

Uns knurrten die Mägen, während wir an der prallen Sonne dem öffentlichen Strand entlang liefen. Glücklicherweise kam uns alsbald ein FanMilk-Verkäufer entgegen, dem wir etwas abkaufen konnten. Ein wenig später erreichten wir den Grand Marché, der sich über mehrere Strassen ausbreitet. Zuerst landeten wir in der Strasse mit unzähligen Kleider- und Schuhständen. Viele der angebotenen Waren sahen wie neu aus. Inzwischen lief uns der Schweiss nur so runter. Ständig wurden wir angesprochen oder ange”zischt” (sss-Laute, um jemanden auf sich aufmerksam zu machen), weil wir uns das Angebot ansehen sollten.

Während wir im Schatten eines Baumes Zuflucht suchten, entdeckten wir plötzlich einen Supermarkt, der versteckt hinter einer Mauer lag. Auch dieser war randvoll mit importierten Produkten. Ein Sicherheitsmann (?) ohne Waffe hielt uns die Türe auf. Unsere Rucksäcke durften wir mitreinnehmen. Wir staunten über das sehr ausführliche Sortiment. Die Preise sind wie bei uns oder leicht höher. Jedenfalls kühlte uns die Klimaanlage ganz angenehm runter.

Kambly Güetzi in einem Supermarkt in Lomé, Togo

An der Hauptstrasse fanden wir eine Frau mit einem Korb voller Baguette. In einem Töpfchen hatte sie Avocado und in einem anderen geschnittene Zwiebeln und Tomaten. Wir kauften zwei Sandwiches à je 200 Francs. Diese assen wir schliesslich am öffentlichen Strand auf einer Betonbank unter Schatten spendenden Palmen. Wie immer blies ein starker Wind. Eigentlich soll am öffentlichen Strand ja die Gefahr von Taschendieben bestehen, doch wir fühlten uns inmitten zahlreicher Einheimischer und Strassenverkäufer ziemlich sicher.

Jesus loves me…

Eine Weile nach 13 Uhr begaben wir uns schliesslich wieder zur Strandbar von gestern, der “Destiny Beach”. Hier bestellten wir eine grosse Flasche Cola für 500 Francs, die man sich ohne Probleme teilen. Vom gleichen Tisch aus wie gestern wimmelten wir Strassenverkäufer ab und beobachteten den Strand. Die Reiter kamen heute erst später, doch auch der Fotograf mit portablem Drucker war unterwegs.

Zwei Tische weiter weg entdeckten wir zwei junge “Hipster”. Wir amüsierten uns über ihr “Checker-Outfit”. Der eine musste dann telefonieren und lief ca. 5 meter von uns entfernt herum. Wir beobachteten ihn dabei, kommentierten alles und hatten Spass dabei. Als er fertig war, läuft er doch plötzlich direkt vor uns vorbei, stoppt und fragt uns auf Französisch, ob wir denn sein Zeichen nicht gesehen hätten? Scheinbar habe er uns vorher schon gewunken. Wir fühlte  uns ertappt! Er lud uns zu sich und seinem Kolleg an den Tisch ein.

Wir zögerten etwas, beschlossen nach vielleicht einer halben Stunde alleine dann doch noch uns zu ihnen zu setzen. Inzwischen war die Musik ohrenbetäubend laut und ein Gespräch auf Französisch wurde umso schwieriger. Der andere Typ wollte Céline gleich heiraten. Sie waren aber witzig und so versuchten wir etwas mit ihnen zu plaudern. Ein Verkäufer mit Holzschnitzereien wollte den Jungs noch ein Geschenk für uns andrehen, doch wir lehnten dankend ab.

Später beschlossen wir noch Tischfussball zu spielen. Der farbige Kasten (mit Real Madrid gegen Barcelona angeschrieben) stand im Sand hinter der Bar. Eigentlich sollte ein Spiel 25 Francs kosten, doch die Bälle wollten nicht herauskommen. Die Jungs mussten den schweren Tisch einige Male hochheben, um an die Bälle zu kommen. Wir schlugen vor Männer gegen Frauen zu spielen und gewannen tatsächlich die erste Partie. Es machte grossen Spass und ein paar kleine Kinder schauten uns begierig zu.

Tischfussball mit Einheimischen

Tischfussball mit Einheimischen

Sehr schnell war es jedoch nach 17 Uhr geworden und wir mussten uns auf den Weg machen. Völlig verschwitzt waren wir dann wieder im Hotel, holten unsere Rucksäcke und gingen zu Fuss zum Hotel Robinson. Dieses hatten wir als den passenden Ort für unser letztes Abendessen auserkoren. Draussen erhielten wir ein eigenes hübsches Abteil mit Ventilator, Wifi war gratis vorhanden. Wir bestellten eine vegetarische Pizza für 4000 Francs, eine Pizza Margherita für 3000 Francs und eine Flasche Wasser für 500 Francs. Wir warteten vielleicht 40 Minuten auf die Pizzas. Sie hatten einen extrem dünnen Boden (Steinofen) wie in Italien, nur der Belag schmeckte etwas anders als bei uns. Nichtsdestotrotz sehr lecker!

Pizza Margherita im Hotel Robinson

Pizza Vegetariana im Hotel Robinson

Gegen 19:30 Uhr waren wir fertig. Ich kaufte noch rasch an einem Stand drei Ananas für je 300 Francs, die wir in unsere halbleeren Rucksäcke stopften. Am Strassenrand schnappten wir uns inzwischen bei Dunkelheit zwei Motorradtaxis für je 700 Francs, die uns an dem Flughafen fuhren. Respektive sie liessen uns vor dem Tor stehen und wir mussten noch reinlaufen.

Die verschiedenen Sicherheitskontrollen sind enorm. Mehrmals wurden unser Gepäck und unsere Papiere überprüft, sogar das Handgepäck wurde gewogen. Der etwas ältere Typ an der Passkontrolle lobte schliesslich mein (grauenvolles) Französisch und machte mir indirekt einen Heiratsantrag. Die Reise endete somit so wie sie begonnen hatte!

Der Flughafen von Lomé ist sehr, sehr modern. Moderner als der ältere Teil des Flughafens von Lissabon und moderner als jener von Accra. Er hat aber auch nur 9 Gates. Sogar die Toiletten waren ganz hübsch und es gab Gratis-Wifi für eine Stunde. Dies bestätigte unseren Eindruck zusätzlich, dass Lomé die modernste der vier besuchten Hauptstädte ist.

Flughafen in Lomé

Unser Flugzeug kam pünktlich aus Lissabon an. Da das Flugzeug die Strecke Lissabon-Lomé-Accra-Lissabon fliegt waren die Sitze bei unserem Einstieg wie aufgrund des Hinfluges erwartet noch voller Müll und benutzter Decken/Kissen. Wir freundeten uns mit einem Deutschen an, der uns von seiner Freiwilligenarbeit erzählte. Nach einem sehr kurzen Flug landeten wir in Accra. Hier wechselte das Flugzeugpersonal und ghanaisches Bodenpersonal kam und holte Müll und benutzte Decken/Kissen ab.

Kurz nach dem Start ab Accra gab es Frühstück: Pommes mit verschiedenem Gemüse, ein Croissant und ein weisses, nach-nichts-schmeckendes Brötchen mit Konfitüre, einer Fruchtschale und als Dessert einer Ananascrème. Ich hatte mir die 3er-Bank neben uns ergattert und fand so sogar einige Minuten Schlaf. Pünktlich erreichten wir Lissabon (auf dem Rollfeld) und mussten drei Stunden auf unseren Weiterflug warten.

Mit fast einer halben Stunde Verspätubg erreichten wir nach 13 Uhr schliesslich den Flughafen Zürich. Nach einem erfreulichen Einkauf im Migros, war ich dann gegen 16 Uhr endlich zu Hause.

Erste Eindrücke von Lomé

Heute standen beizeiten auf. Kurz vor 8 Uhr waren wir draussen. Die Motorradtaxis wollten uns mit den grossen Rucksäcken mitnehmen, die Shared Taxi-Fahrer, die uns die letzten Tage häufig mit “Lomé?” angesprochen hatten, blieben komischerweise aus. Beim FanMilk-Shop wurde doch noch jemand auf uns aufmerksam.

In grösster Eile dirigierten sie uns zu ihrem Taxi und hatten schon unseren Rucksack in den Händen bevor wir überhaupt den Preis besprochen hatten. Immerhin nannten sie uns wieder 2000 Francs pro Person. Wir hüpften rein. Sie erklärten uns, dass wir sofort abfahren und weitere Passagiere auf dem Weg einsammeln würden. Aufgrund ihrer Aufregung und Hast, glaubten wir ihnen. Kaum sassen wir im leeren Auto, suchten sie munter nach weiteren Passagieren. So kauften wir ein paar leider noch nicht vollkommen reife Bananen.

Plötzlich tauchte ein weiterer Passagier auf. Weiterhin schrien vier Typen draussen Lomé und kurz gab es noch ein Streitgespräch um Geld. Gegen 8:15 Uhr hüpfte unser Fahrer rein und wir jagten im Garacho einem Motorrad nach. Der alte Herr war kaum abgestiegen, schon sass er in unserem Taxi. Wieder fuhren wir zurück zur Ausgangsposition, nur um dann doch gleich in Richtung Lomé loszufahren. Nur drei Personen auf der Rückbank ist natürlich sehr gemütlich.

Nach einer halben Stunde Fahrt war unser Glück vorbei und eine Grossmutter mit Teenager auf dem Schoss quetschten sich noch zu uns auf die Rückbank. Nach einer halben Stunde Tortur stiegen sie aus, nur um kurz darauf eine dicke Frau mit Kind aufzuladen. Interessanterweise sind die einheimischen, älteren Frauen hier in Togo relativ dick. In den anderen bereisten Länder war dies nicht der Fall.

Zwei Stunden später erreichten wir die Total-Tankstelle Tokoin Hôpital. Natürlich hatte der Fahrer wie immer keinerlei Wechselgeld dabei. Nicht mal auf meinen 5000er-Schein konnte er den Rest von 1000 Francs herausgeben. Weil die anderen Passagiere auch kein Kleingeld hatte, stellte sich der Fahrer (der übrigens kurz vor dem Ziel ausgewechselt wurde) einfach an den Strassenrand und schwenkte eine 5000er Note in der Luft. Als wir anhielten, rannten bereits Taxifahrer wie Piranhas auf uns zu.

Wir beschlossen jedoch die 3 Kilometer zu Fuss zu gehen. Inzwischen war es um die 36 Grad heiss und die Sonne brannte herunter. Im Norden der Stadt gäbe es einen kleinen See, doch der war zugemüllt und das Wasser enorm dreckig. Interessanterweise hat es in Lomé sogar relativ viele Abfalleimer. Und sogar Bushaltestellen! Es gibt sogar extra Buslinien.

Im My Diana Guesthouse im Südenwesten der Stadt, nahe des öffentlichen Strandes, war zum Glück noch ein Zimmer frei. Dieses kostete 6000 Francs mit zwei zusammen gestellten Einzelbetten, Ventilator und eigenem Bad mit kaltem Wasser. Leider kein Wifi und kein Moskitonetz.

My Diana Guesthouse in Lomé

My Diana Guesthouse in Lomé

My Diana Guesthouse in Lomé

My Diana Guesthouse in Lomé

Anschliessend machten wir uns auf die Suche nach etwas Essbarem. Gleich an der Kreuzung am Strand fanden wir drei chinesische Restaurants, die sogar echt authentisch aussahen. Es hatte nämlich lauter Chinesen, die Speisekarten waren auf Chinesisch und die Gerichte definitiv wie in China. Leider allerdings meist mehr als 4000 Francs pro Gericht, was nicht in unser Budget passte. Am Strassenrand entlang des Boulevard wurden wir in der Metro Bar fündig. Wir bestellten uns einen Teller Salat (grüne Blätter, Randen, Tomaten, Zwiebeln und ein Ei – ohne Spaghetti bestellt) für 1000 Francs, einen Teller Pommes für 1000 Francs und eine grosse Cola für 500 Francs. Es schmeckte ganz okay.

Metro Bar in Lomé

Essen in der Metro Bar in Lomé

Von da aus gingen wir zum Place de l’indépendence; ein Kreisel mit einem Monument zur Unabhängigkeit von Togo. Komischerweise war das ganze Monument umzäunt. An einem Ort hatte der Zaun eine Lücke und ein paar Motorräder standen drinnen. Also liefen wir rein. Gerade als wir fertig mit Fotografieren waren, kam ein Typ und meinte, es sei verboten und schickte uns raus. Die Fotos mussten wir glücklicherweise nicht löschen. Es nervt, dass viele afrikanische Länder so empfindlich sind, was solche Denkmäler angeht. Ausgerechnet die einzigen Sehenswürdigkeiten, die sie haben, darf man sich nicht anschauen.

Place de l’indépendence

Lomé

Strand von Lomé

Monument

Später kamen wir am grossen Supermarkt Ramco vorbei. Hier schauten wir mal rein und bewunderten die Vielfalt und die hohen Preise der importierten Lebens- und Haushaltsmittel. Sogar Geschenkpapier hatten sie im Sortiment. Übrigens der erste Supermarkt auf unserer Reise, der keine Sicherheitsleute mit Schusswaffen vor dem Eingang positioniert hatte. Ausserdem durften wir unseren Rucksack mit reinnehmen.

Anschliessend liefen wir weiter südlich zum Boulevard de la République veim öffentlichen Strand. An einer Strassenkreuzung kamen uns zwei junge, weisse Typen in Shorts entgegen. Schweigend gingen wir aneinander vorbei. Plötzlich rief uns ein Einheimischer, der auf einer Mauer auf dem Trottoir sass, etwas nach. Wir begriffen erst nicht, was er wollte. Entrüstet wollte er von uns auf Französisch wissen, weshalb wir die beiden Weissen nicht gegrüsst hätten. Wir waren verdattert und verstanden die Welt nicht mehr. Er brauste hingegen immer mehr auf und redete sich in Rage. Notabene hatten uns die Weissen auch nicht gegrüsst. Logisch, denn Lomé ist die Hauptstadt und auf dem kurzen Spaziergang hatten wir schon mehr als ein Dutzend Weisse entdeckt. Wir erklärten ihm, dass wir die beiden nicht kennen. Das war dem Typen jedoch egal und er erboste sich: Aber wir hätten dieselbe Hautfarbe und wenn er in Paris einen Schwarzen sehen würde, dann würde er diesen wie einen Freund begrüssen.

Wir begannen uns zu nerven und erklärten ihm, dass man dies bei uns in Grossstädten nicht macht. Er wurde jedoch richtig wütend, dass wir dies nicht gemacht hatten und zetterte weiter. Wir liessen ihn schliesslich einfach stehen. Und wieder einmal hatte es ein Einheimischer geschafft, dass wir uns nervten und uns wünschten, dass die Ferien schon längst zu Ende wären! Ich hatte auf meinen ganzen Reise noch nie so mühsame Begegnungen! Und vor allem: Wer ist nun rassistisch?!

Strand von Lomé

Kathedrale

Wie man auf einem Motorrad schläft…

Der öffentliche Strand von Lomé ist bekannt dafür, dass man ausgeraubt werden kann. Wir wollten darum nicht alleine irgendwo auf dem Strand liegen, zumal hier gerne einfach irgendwo hingepinkelt wird, teils Abfall rumliegt und es sowieso sehr windig ist und das Meer rau. Dafür suchten wir uns eine gemütliche Strandbar in der Nähe vom Tano Hotel, an der Strasse Richtung Aflao, Ghana. Hier gab es gleich drei Bars nebeneinander. Von unserem Tisch aus hatten wir die perfekte Sicht auf den Strand.

Wir bestellten uns zwei grosse kühle Colas für je 500 Francs und schaute ein paar coolen Jungs zu, wie sie auf einem Pferd (Warum?) posierten. Definitiv ein perfekter Platz zum Leute beobachten, auch wenn man (nicht übertrieben) alle fünf Minuten (oder häufiger) von Strandverkäufern (Hosen, Schuhe, Socken, Tasche, Zigaretten etc) gestört wird. In der Regel lassen sie einen aber nach einem “Merci” in Ruhe.

Strandbar in Lomé

Strand von Lomé

es gibt sogar eine religiöse Botschaft!

Zu verkaufen – kauf mich!

So verbrachten wir noch eine gemütliche Zeit bis zum Eindunkeln.

Kamalu Wasserfall in Kpalimé

Heute schliefen wir wieder aus. Wir hatten uns gestern Abend nicht mehr entscheiden können, was wir heute unternehmen wollen. Am Sonntagabend fliegen wir nach Hause. Aus diesem Grund haben wir nicht mehr massig lokale Währung übrig. Ausserdem hatten wir in letzter Zeit etwas häufig negative Erfahrungen gemacht, so dass uns ehrlich gesagt die Lust vergangen ist noch etwas zu unternehmen.

Trotz Ausschlafen fühlten wir uns wie Vampire als wir nach 9 Uhr an die Sonne traten. Wie immer holten wir uns ein gefrorenes FanChoco. Eigentlich wollten wir uns ausserdem gegrillte Bananen genehmigen, doch die Verkäuferin war leider nicht da. So wichen wir auf normale Bananen aus, die wir auf dem Balkon unseres Hotels zu uns nahmen.

So richtig entscheiden konnten wir uns nach wie vor nicht. Kpalimé eignet sich leider nicht wirklich zum Chillen. In unserem Hotel empfahlen sie uns irgendeinen Wasserfall in der Nähe von Missahoé. Wir schnappten uns für 600 Francs zusammen ein Motorradtaxi, das uns zum Wasserfall Kamalu brachte.

Dieser befindet sich direkt neben der geteerten Hauptstrasse und wird von einem Bambuszaun angeschirmt. Ein paar Jungs wollten von uns 1000 Francs pro Person als Eintrittspreis, ein Ticket gab es nicht. Der Ort ist klein, doch immerhin mit einige schönen Pflanzen. Der Wasserfall hatte immerhin ordentlich Wasser und sah inmitten des “Regenwaldes” ganz hübsch aus. Es gab auch extra noch einen Bereich mit Holzbänken. Schwimmen ist hier allerdings nicht möglich, da es eine Trinkwasserquelle ist. Allerdings darf man trotzdem unten mit den Füssen rein. Hallo Logik?!

Kamalu Wasserfall

Sitzbänke beim Kamalu Wasserfall

Kamalu Wasserfall

Wir wurden sogleich vom 24-jährigen Yves belagert, der unter anderem wissen wollte, warum so viele Weisse Tattoos haben und ob uns Rastas gefallen. Wir verbrachten sicher über eine Stunde hier und hörten dem Plätschern zu und schauten uns die Schmetterlinge an. Später beschlossen wir uns zu Fuss auf den weg nach Kloto zu machen.

Yves wollte uns unbedingt begleiten, was wir etwas widerwillig geschehen liessen. War es heute morgen noch bewölkt und eher “kühl” gewesen, so war es inzwischen sonnig und schwül. Die Strasse auf der sogenannten Missa-Höhe schlängelt sich langsam den Berg hoch. Immerhin hatten wir Aussicht auf die sehr grüne Umgebung und sahen Avocado-, Bananen- und Kakaobäume.

Bananenpflanze

Als wir endlich fast oben waren, erklärte uns Yves, dass für das Gebiet rund um Kouma Konda eine Eintrittsgebühr von 2000 Francs pro Person fällig wird. Ob man dann für die einzelnen Sehenswürdigkeiten auch noch was zahlen muss, ist mir nicht bekannt. Darauf hatten wir keine Lust und so kehrten wir um. Yves empfahl uns, uns vor unserer Rückkehr nach Kpalimé noch kurz beim Wasserfall auszuruhen. Kaum hatten wir uns dort auf die Bank gesetzt, kam einer der Typen und meinte, wir müssten noch einmal bezahlen.

Genau auf so was habe ich langsam keine Lust mehr! Wo nur möglich wird ein in keinem Verhältnis stehender Geldbetrag verlangt. Unser junger Begleiter hätte uns die erneuten Kosten scheinbar mitteilen müssen. Hatte er nicht. Genervt verliessen wir den Wasserfall und begannen den Hügel hinunter zu kaufen. Irgendwann stoppte ein Motorradfahrer und wir wurden zurück in die Stadt gebracht.

Hier ruhten wir uns eine Weile auf dem Hotelbalkon aus. Gegen 17 Uhr suchten wir wieder die Africa Bar auf, wo wir das genau gleiche bestellten wie gestern. Plötzlich begann sich der Himmel zu verdunkeln, Wind kam auf, es begann zu blitzen und schliesslich donnerte es. Richtige Weltuntergangsstimmung. Als wir schliesslich assen, klopfte der Regen aufs Wellblechdach. Glücklicherweise stoppte der Regen kurz darauf und wir konnten im Trockenen zurücklaufen.

Africa Bar in Kpalimé

Kpimé Wasserfall in Kpalimé

Die Sonnenstrahlen weckten mich schon früh, um 7 Uhr standen wir dann beide auf. Eigentlich hatten wir heute die Wanderung auf den “Berg” Agou machen wollen. Dieser ist der höchste in der Umgebung. An der Reception, als wir für eine weitere Nacht bezahlten, kamen wir mit dem Angestellten ins Gespräch. Er erklärte uns, dass wir für die Fahrt ins Dorf Agou (ca. 10 Kilometer von Kpalimé entfernt) wohl 500 Francs pro Person bezahlen müssten für ein Motorradtaxi und dann nochmals 200-300 Francs für die Fahrt zum Startpunkt der Wanderung. Dort soll dann eine Eintrittsgebühr von ungefähr 5000 Francs verlangt werden, wobei diese scheinbar verhandlungsfähig sei?!

Zuerst wollten wir jedoch frühstücken. Erneut holten wir uns beim FanMilk-Shop ein FanChoco. Dies war noch so stark gefroren, dass wir eine Weile warten mussten bis wir davon trinken konnten. Die Frau mit den gegrillten Bananen war so früh leider noch nicht da, weshalb wir uns in einem Supermarkt mit französischen Kokos-Sablés eindeckten.

Spontan warfen wir unsere Pläne über den Haufen und beschlossen uns den Wasserfall bei Kpimé anzuschauen. Langsam ist uns die Lust am ewigen Verhandeln vergangen, doch erneut mussten wir mit den Motorradfahrern diskutieren. Wir bezahlten schliesslich 500 Francs pro Person für die Fahrt bis zur Abzweigung von der Hauptstrasse zum Wasserfall hoch. Der Weg führt selbsterklärend ca. 2.5 Kilometer geradeaus. Die Umgebung ist sehr grün.

Weg zum Kpimé Wasserfall

Hier kommt man zu einem Zaun, einem kleinen Souvenirshop und einem Häuschen, wo man die Eintrittsgebühr von 1000 Francs pro Person begleichen muss. Der Typ zeigte uns ein Dokument, dass sie von der Regierung die Lizenz erhalten hätten (oder so) und gab uns auch brav eine Quittung. Erst danach sagte er: Ihr müsst einen Guide nehmen. Wir erklärten, dass wir eine Karte hätten und lieber alleine unterwegs wären. War dann plötzlich kein Problem mehr.

War es heute Morgen noch sehr bewölkt gewesen, so tat der Himmel immer mehr auf und die Sonne begann langsam hinunter zu brennen. Den Wasserfall Kpimé erreicht man nach etwa 200 Metern. Man findet zu dieser Sehenswürdigkeit im Internet fast keine Informationen. Deshalb mussten wir auch enttäuscht feststellen, dass der Wasserfall nur aus einem Rinnsal bestand. Der Grund hierfür ist viel weiter oben zu finden, was wir da noch nicht wussten: Es gibt einen Stausee. Der Verantwortliche kam uns bei der Wanderung nach oben entgegen und sagte irgendwas von wegen, dass der Wasserfall nur in der Regenzeit viel Wasser habe.

Auf maps.me hatte ich einen See oberhalb des Wasserfalls entdeckt. Wir nahmen darum die ca. 4 Kilometer lange, sich den Berg hochschlängelnde ungeteerte Strasse. Immerhin war es nicht sehr schwül und es blies ein kühler Wind. Wir hatten gute Aussicht auf das grüne Umland. Nach vielleicht 1.5 Stunden kamen wir schliesslich oben an. Hier entdeckten wir den Staudamm mit dem Stausee. Im Hintergrund war es sehr grün mit Palmen und speziellen Bäumen. Nach der Anstrengung jedoch etwas ernüchternd.

Aussicht auf die Umgebung

Stausee beim Kpimé Wasserfall

Stausee beim Kpimé Wasserfall

Aussicht auf die Umgebung

Auf dem Rückweg beschlossen wir spontan noch den zweiten eingezeichneten Weg auf maps.me auszukundschaften. Hier befindet sich die Auberge de la Montagne und ein paar wenige Häuser. Sogleich tauchten Kinder auf, die leider nach einem “Cadeau” (Geschenk) fragten. Ein Bub wollte uns dann einen weiteren Wasserfall zeigen. Céline folgte ihm eine Weile durchs Gestrüpp, beschloss dann aber umzukehren. Wir entschieden es sein zu lassen und umzukehren. Wir konnten uns nicht vorstellen, dass hier noch ein supertoller Wasserfall versteckt sein soll, waren müde und wollten uns auch nicht mit dem Kinderguide herunschlagen.

Wieder unten beim Eingang fragte uns der Tickettyp, ob wir oben waren und ob wir den anderen Wasserfall gesehen hätten. Er meinte daraufhin: Wenn wir den Guide genommen hätten, dann hätte er uns diesen gezeigt. So was nervt einfach und langsam haben wir keine Lust mehr auf das ewige Theater: Ständig bezahlt man unverhältnismössige hohe Eintrittspreise, soll sich einen Guide nehmen und wenn man es nicht tut, kriegt man sowieso keine Infos.

Auf dem Rückweg zur Hauptstrasse, gingen wir immer schön im Gänsemarsch am rechten Wegrand, wenn wir ein Motorrad hinter uns hörten. Doch dieses Mal hielt ein Fahrer plötzlich neben uns und begann uns auf Französisch auszuschimpfen: Der Weg gehöre ihm, er habe das Recht der Vorfahrt, wir müssten woanders laufen und blablabla. Eine Diskussion brachte nichts und so liefen wir ihm einfach davon.

Das ist genau das, worauf wir langsam keine Lust mehr haben. Das, was uns so erschöpft macht und uns ehrlich gesagt auch den Spass am Reisen verdirbt. Das, was mich dazu bringt (was äusserst selten vorkommt) zu wünschen, ich wäre wieder in der Schweiz. Ständig müssen wir diskutieren. Respektive die positiven Erlebnisse hier werden immer wieder von negativen überschattet, und umgekehrt. Das kostet Energie.

In diesem Sinne: An der Hauptstrasse sprach uns ein junger Motorradfahrer an. Er wollte uns beide zusammen für 1000 Francs mitnehmen. Wir freuten uns, dass er sogleich einen annehmbaren Preis genannt hatte und willigten sofort ein.

Zurück in der Stadt gönnten wir uns noch ein FanDango und setzten uns für den Rest des Nachmittages auf den Balkon unseres Hotels. Von hier aus hatten wir relativ gute Sicht auf die Nebenstrasse unter uns.

Aussicht vom Hotelbalkon

Aussicht vom Hotelbalkon

Aussicht vom Hotelbalkon

Abends gingen wir erneut zur Africa Bar im Westen der Stadt. Die Frau freute sich uns zu sehen und wusste noch genau, was wir gestern getrunken hatten. Wir bestellten wieder zwei frische Säfte und eine Portion “Spaghetti Les Fondues” mit Tomatensosse und Käse für 1800 Francs. Gestern war die einzelne Portion so riesig ausgefallen, dass wir uns gehörig überessen hatten. Deshalb wollten wir heute teilen. Für die Zubereitung der Speise benötigte sie über eine halbe Stunde, doch dafür servierte sie uns die Portion extra in zwei Tellern, so dass wir optimal teilen konnten. Unsere einzelne Portion war immer noch gross genug. Es schmeckte fantastisch!

Als es schon dunkel wsr liefen wir glücklich zurück zum Hotel. Natürlich musste dann wieder etwas Negatives passieren: Ich spürte plötzlich, dass ich auf der Seite von einem Stein getroffen worden war. Ich drehte mich um: drei kleine Jungs standen dort, wo der Stein hergekommen sein musste. Ich ging sofort auf sie zu und sprach sie auf Schweizerdeutsch an, weil ich so verdattert war. Ich fragte sie dann auf Französisch, wer das war. Es war nicht schlimm gewesen, doch ich war einfach schockiert, dass dies passierte. Ein älterer Jugendlicher bekam dies mit über, er lief gerade vorbei, entschuldigte sich bei uns in ihrem Namen und sagte irgendwas zu den Kindern.

Genau dies ist das Anstrengende: Erst die sehr nette Frau der Africa Bar, dann die Kinder, die einen Stein auf mich werden und gleich danach einen netten Jungen, der sich in ihrem Namen bei uns entschuldigt. Dieses Hin und Her zerrt an meinen Nerven.

Ruhiger Tag in Kpalimé

Heute wollten wir ausnahmsweise ausschlafen, aber um 7 Uhr waren wir bereits hellwach, weil die Sonne schon so hoch oben stand. Trotzdem warteten wir noch bis 10 Uhr bis wir nach draussen gingen. Trotzdem noch müde, wurden wir von der Sonne richtiggehend geblendet.

An der Strasse kauften wir uns zwei FanChocos à je 150 Francs das Stück sowie vier gegrillte Bananen à 50 Francs das Stück. Auf dem Areal der schönen Kathedrale assen wir unser Frühstück. Anschliessend wollten wir etwas das Dorf erkunden, doch die Sonne brannte nur so herunter. Überall ist es grün, im Hintergrund lauter bewaldete Hügel. Ständig wurden wir von Shared Taxis, Motorradtaxis oder Souvenirverkäufern angequatscht.

Kathedrale in Kpalimé

Kathedrale in Kpalimé

Kpalimé

Kpalimé

Wir konnten keine sonderlich spannende Ecke entdecken und beschlossen darum Geld wechseln zu gehen. Zuerst waren wir bei der EcoBank. Die Mitarbeiter waren jedoch dermassen unfreundlich, dass wir zur anderen Bank gingen. Auch dort erwarteten uns nur unfreundliche Mitarbeiter. In Burkina Faso hatten wir dasselbe Problem gehabt. Erst gingen wir zum einen Schalter, wo uns ein Mitarbeiter erklärte, dass wir für 50 Euro umgerechnet 32’000 Francs erhalten. Als ich mich nach dem Gegenkurs erkundigte, verstand er mich partout nicht. Nach unendlichen Erklärungen meinerseits, verstand er doch noch, was ich wollte. Der Kurs sei genau derselbe, aber man müsse 2% Kommission bezahlen. Danach mussten wir zu einem anderen Schalter, wo ein Angestellter meinen Pass kopierte, überfordert war, weil wir keine lokale Telefonnummer haben und fast durchdrehte, weil ich die nigelnagelneue Euro-Note leicht gekrümmt hielt. Nachdem wir den unterschriebenen Zettel hatten, durften wir wieder zum anderen Typen zurück und erhielten schliesslich 32’800 Francs. Die Münzen fischte er aus einem Plastikeimer am Boden.

Danach beschlosden wir zur Africa Bar zu gehen. Diese ist recht gemütlich, bietet Essen und Getränke und abends angenehme Musik. Wifi ist leider nicht vorhanden. Sie befindet sich direkt an einer wichtigen Strasse, doch ein Holzzaun mit Lücken schützt vor Blicken. Gleichzeitig kann man so natürlich kein People Watching betreiben, was schade ist. Wir bestellten zwei leckere Fruchtsäfte (Ananas-Orange), die frisch gepresst wurden und 500 Francs pro Glas kosteten. Dazu die “Spaghetti Les Veggie” für 2000 Francs und Couscous mit Gemüse für 1500 Francs. Beides schmeckte hervorragend, auch wenn bei den Spaghetti praktisch kein Gemüse dabei war, dafür umso mehr Rahm und Käse. Die Portionen waren mindestens doppelt so gross wie jene, die ich sonst essen würde. Mit vollen Bäuchen liessen wir schliesslich den Tag im Hotel ausklingen.

Africa Bar in Kpalimé

Africa Bar in Kpalimé

Speisekarte Africa Bar in Kpalimé

Speisekarte Africa Bar in Kpalimé

Essen in der Africa Bar in Kpalimé

Grenzübertritt von Benin nach Togo

Heute Morgen wurde ich früher als erwartet von Sonnenstrahlen geweckt. Vermutlich weil wir so nahe an der Grenze mit Togo (Zeitverschiebung von -1 Stunde) waren, wird es hier früher hell. Da wir gestern nicht viel von der Stadt gesehen hatten, beschlossen wir dies jetzt noch zu tun.

Auf einem anderen Weg gelangten wir zur Portugiesischen Festung, die weisse Mauern hat, wo noch schwarze Kanonen rausgucken. Heute beherbergt sie das historische Museum von Ouidah. Das Städtchen selbst hat eine ganz angenehme, dörfliche Atmosphäre. Es ist sehr sauber, teilweise gibt es sogar Abfalleimer. Ein paar Arbeiter waren sogar dabei den Springbrunnen eines kleinen Parks zu reinigen. Die Kathedrale war ganz hübsch. Auf einer Parkbank vor dem Eingang des Phytontempels assen wir unser gekauftes Avocadosandwich. Ebenfalls sahen wir eine Holzskulptur eines Baumes, wo früher die Sklaven zum Vergessen ihres vorherigen Lebens 3x rundherum laufen mussten.

Wahrsager-Laden in Ouidah

Denkmal in Ouidah

Sklavenbaum

Route des Enclaves

Kathedrale in Ouidah

Phytontempel in Ouidah

sauberer Park mit Statuen

Abfallleier!

Werbung fürs Restaurant

Für mich eine der gemütlicheren Städte auf unserer Reise. Natürlich gäbe es noch ein, zwei Museen, doch dafür interessieren wir uns nicht. Zurück im Hotel schnappten wir unser Gepäck. Zwei Motorradfahrer brachten uns für 200 Francs pro Person zum Busbahnhof im Zentrum der Stadt. Auf unserem Stadtrundgang hatten wir uns extra erkundigt, ob es denn Shared Taxi nach Lomé gäbe. Das war uns auch bestätigt worden. Als wir nun auftauchten wollten sie 10’000 Francs fürs Taxi. Ansonsten sollte es 3000 Francs pro Person im Shared Taxi kosten, sofern genug Personen zusammen kämen, was ewig dauern würde. Darum wollten sie, dass wir mit einem Motorradtaxi an die Hauptstrasse gehen, dort sollte die Fahrt dann doch nur noch 2000 Francs pro Person kosten.

Ich war genervt vom ewigen Diskutieren, den höheren Preise für Weisse und die ewigen Lügen. Also liefen wir halt nochmals zu Fuss bis zur Hauptstrasse. Dort hat es extra Typen, die für einen vorbeifahrende Shared Taxis anhalten und dafür dann eine Münze für die gebrachten Passagiere vom Fahrer bekommen. Erst hielt ein volles Taxi an, dann einer der uns für 4000 Francs zur Grenze bringen wollte und dann endlich ein fast leeres Auto. Der Fahrer wollte allerdings irgendwie 2700 Francs pro Person. Schon wieder diskutieren und dann wurden wir eben doch für 2000 Francs pro Person mitgenommen.

Zeitweise waren wir zu viert auf der Rückbank. Nach einer Stunde Fahrt hatten wir die Grenze zu Togo um kurz nach 11 Uhr Togo-Zeit erreicht. Ein Passagier war so nett und begleitete uns, während das Taxi schon mal die Geenze passierte. Erst mussten wir zur Polizei von Benin. Hier waren zwar mehrere Beamte anwesend, doch nur einer schien die Befugnis zu haben. Von Hand trug er fein säuberlich wohl sämtliche Informationen, die er in unserem Pass und auf unserem Visum finden konnte, auf ein Blatt ein. Dafür brauchte er gefühlt ewig, doch schliesslich erhielten wir den ersehnten Ausreisestempel.

Zu Fuss gingen wir mit dem anderen Passagier entlang einer Kolonne von Lastwagen, Autos und Marktständen mit Strassenverkäufern ca. 200m bis zu einem Tor, das uns in Togo willkommen hiess. Hier mussten wir erst in einem Betonhäuschen unseren internationalen Impfausweis vorzeigen. Also unser Begleiter schleuste uns einfach an wartenden Leute vorbei. Die Beamten hatten gar keine Zeit unseren gelben Ausweis anzuschauen.

Danach mussten wir in ein anderes Betongebäude, wo fünf Beamte hinter einem eigenen Pult sassen. Auf einer Liste schaute er nach, wie viel Schweizer Bürger für ein 7 Tage-Ankunftsvisum bezahlen müssen: 10’000 Francs pro Person. Nachdem wir bezahlt hatten, erhielten wir ein Formular zum Ausfüllen der üblichen Angaben. Währenddessen fertigte der Beamte das Visum auf einer eigenen Seite im Pass an. Hierzu waren etwa fünf Stempel, ein Sticker, verschiedene Angaben per Handschrift mit rot und blauem Kugelschreiber nötig. Danach mussten wir mit Pass und Zettel noch zu einem anderen Beamten, der noch seine Unterschrift darauf schrieb. Draussen, fast übersehbar, muss man bei einem Fenster noch kurz den Pass abgeben, damit er im Computer eingescannt eingescannt werden kann.

Wir bedauerten die lange Wartezeit für alle, hatten wir doch so schnell wie möglich gemacht. Dies war definitiv die aufwendigste Grenze von allen gewesen. Auf der anderen Seite erwarteten uns Essensstände, togolesische Sim-Kartemverkäufer, Geldwechsler etc. Unser Taxifahrer kam uns plötzlich entgegen und stürmte etwas davon, dass wir ihm mehr Geld geben müssten wegen den ca. 45 Minuten Grenzübertritt.

Er hatte auf der anderen Seite auf einem Parkplatz geparkt, wo wir noch eine ältere Frau auflasen. Nun waren wir inkl. Fahrer nur noch zu fünft im Auto. Die Landschaft war ebenso grün wie in Benin, das Land erschien uns allerdings sogar noch fortschrittlicher. Die Strasse war wunderschön geteert, es gab teils sogar Leitplanken und es scheint Anschnallpflicht zu herrschen. Die Fahrt zog sich jedoch ein bisschen in die Länge. Je näher wir der Hauptstadt Lomé kamen, desto mehr Verkehr gab es. Die Gebäude in den Ortschaften, die wir passierten, sahen nicht so zerfallen wie an anderen Orten aus und es war teils sehr sauber am Strassenrand. Vor Lomé gibt es einen riesigen Frachthafen sowie auch hier eine grosse Betonfabrik namens “Cimtogo”.

Etwa um 13 Uhr Ortszeit erreichten wir Lomé. Wir hatten somit für die reine Fahrt von Ouidah nach Lomé etwas mehr als zwei Stunden benötigt. Unser Fahrer stoppte am Boulevard de la République in der Nähe des Grand Marché. Wir übergaben dem Fahrer die abgemachten 4000 Francs, die er dann doch so akzeptierte. Ein paar Aufpasser halfen uns einen Taxifahrer zu finden, der uns für 500 Francs pro Person zum Shared Taxi-Stand für Kpalimé bringen wollte.

Unterwegs luden wir noch zwei andere Passagiere auf. Irgendwo an der Hauptstrasse in Richtung Kpalimé standen schliesslich etwa vier Shared Taxis bereit. Unsere Rucksäcke wurden aus- und gleich wieder eingeladen. Die Fahrt kostete 2000 Francs pro Person. Erst sollten wir aber noch auf drei weitere Passagiere warten. Ein TV, ein Velo, anderes Gepäck und vier weitere Passagiere und ein Kind später, mussten Céline und ich uns auf den Vordersitz quetschen. Gemütlich ist was anderes.

Gemäss dem neuen Lonely Planet soll die Strasse eine der schlechtesten im ganzen Land sein. Sie war jedoch von Anfang bis Ende geteert. Nur kurz vor Kpalimé gab es ein paar wenige Schlaglöcher. Ebenfalls musste der Fahrer Maut von 300 Francs bezahlen. Mehrmals gab es eine Polizeikontrolle. Einmal habe ich deutlich gesehen, wie unser Fahrer den Beamten mit 200 Francs bestach. Wir mussten zum Glück nicht aussteigen.

Die Fahrt war lange, ungemütlich und irgendwie auch einschläfernd. Immer wieder unternahm unser Fahrer gefährliche Überholmanöver. Ich sass halb auf der Gangschaltung. Ca. 2.5 Stunden später trafen wir schliesslich in Kpalimé ein, wo wir an der Tankstelle gegenüber der Kathedrale ausgeladen wurden. Sofort wurden wir von Motorradtaxis umschwärmt. Wir wollten jedoch zu Fuss gehen.

Kpalimé ist viel grösser als ich erwartet hatte. Es scheint unglaublich viele Hotels und Bars/Restaurants zu geben. Die Stadt ist recht modern und soll sich als Ausgangspunkt für Ausflüge in die Umgebung eignen. Leider findet man hierzu nur spärliche Informationen. Die Landschaft ist äusserst grün und soll von Wasserfällen, Hügeln und kleinen Dörfern geprägt sein. Kpalimé gilt ausserdem als Hotspot für Touristen, auch wenn wir nicht gerade vielen begegnet sind.

Trotz der stattlichen Anzahl an Hotels, wollten wir das vom Lonely Planet empfohlene Hotel “Chez Felicia” suchen. Natürlich fehlt eine Karte im Reiseführer und die angegebene Strasse ist über einen Kilometer lang. Wir erkundigten uns bei mehreren Einheimischen, doch niemand wusste wo es lag. Erst ging ich ohne Rucksack los und später Céline, um die Gegend nach einer passenden Unterkunft abzuklappern. Céline wurde schliesslich beim Hotel Le Phénix fündig. Hier erhielten wir ein Doppelzimmer mit Ventilator, eigenem Bad, Tisch und Stuhl sowie Wifi für 6000 Francs die Nacht.

Hotel Le Phénix in Kpalimé

Hotel Le Phénix in Kpalimé

Zimmerpreise im Hotel Le Phénix in Kpalimé

Zu unserer Freude ist die Luftfeuchtigkeit in Kpalimé nicht so hoch wie an der Küste. Das bedeutet, dass es zwar schon über 30 Grad heiss ist, aber es nicht so schwül ist. Abends kühlt es zudem auch merklich ab, so dass man schon fast ein dünnes Jäckchen braucht.

Erst gingen wir noch zum Fanmilk-Shop, wo wir uns ein FanChoco und ein FanDango holten, beide sehr zu empfehlen, da sehr erfrischend. Anschliessend liefen wir etwa einen Kilometer zum Restaurant Le Fermier. Dort angekommen mussten wir leider erfahren, dass es Essen erst allabendlich ab 18:30 Uhr gibt. So bestellten wir schon mal eine kühle Cola und machten uns ans Warten.

Restaurant Au Fermier in Kpalimé

Speisekarte Restaurant Au Fermier in Kpalimé

Speisekarte Restaurant Au Fermier in Kpalimé

Speisekarte Restaurant Au Fermier in Kpalimé

Pizza im Restaurant Au Fermier in Kpalimé

Wenigstens durften wir dann pünktlich bestellen: eine Pizza Biquette mit Ziegenkäse, Honig und Nüssen für 5000 Francs sowie eine Pizza Provençale mit frischen Tomaten, Kräutern und Knoblauch für 3000 Francs. Nach vielleicht einer halben Stunde wurde die Pizzas auf einer Holzplatte serviert. Wir waren sehr positiv überrascht: Sie schmeckten wirklich äusserst gut. Natürlich nie so wie italienische Pizzas, aber trotzdem sehr lecker! Es hatte eine Tonne Käse drauf, aber nur eine Olive (was mich kein bisschen störte).

Später liefen wir im Dunkeln Heim. Grundsätzlich muss ich sagen, fühle ich mich in den hier bereisten Ländern Westafrikas sehr sicher. In den Hauptstädten würde ich nachts schon mehr aufpassen, aber in den kleineren Dörfern ist es auch bei Dunkelheit kein Problem. In der Regel laufen wir mit dem Rucksack hinten am Rücken herum und zücken in der Öffentlichkeit auch mal das Smartphone, um nachzuschauen wo wir sind.