New York

Gestern war ich wieder alleine unterwegs. Im Unterschied zu meinen sonstigen Reisen habe ich meine Amerika-Reise nicht wirklich geplant. Das heisst, ich wache morgens auf und ueberlege mir dann, was ich an diesem Tag machen koennte. Peach empfahl mir einen National Geography Artikel ueber die High Line im Distrikt Chelsea im Westen von Manhatten. Die High Line ist eine fruehere Eisenbahnlinie, die schon vor vielen Jahren stillgelegt wurde und sich wie eine Bruecke durch den Stadtteil von Manhatten schlaengelt. Um die Jahrtausendwende sollte diese Eisenbahnlinie abgerissen werden, da der Stadtteil nicht mehr so attraktiv war und man ihn erneuern wollte. Verschiedene Leute setzten sich aber dafuer ein, dass die High Line bestehen bleibt und schliesslich gewann das Projekt, einen Garten verbunden mit einem Spazierweg zu bauen. Dieser Weg beginnt derzeit auf der 14 Street und geht bis zur 20th Street. Der zweite Teil bis zur 30th Street wird derzeit fertig gestellt. Es gibt verschiedene Teile und jeder ist mit anderen Pflanzen oder Blumen bestueckt. Er ist wirklich sehr schoen gestaltet und man erhaelt eine gute Aussicht ueber Chelsea. Die High Line ist seither eine sehr beliebte Touristenattraktion und hat dazu gefuehrt, dass dieser Stadtteil wieder an Wichtigkeit gewann.

Ich habe die High Line von Norden nach Sueden abgelaufen und bin dann an der 14th Street direkt im Meatpacking District gelandet. Frueher wurden hier Unmengen an Tieren geschlachtet, heute befinden sich hier teure Modeboutiquen. Ich finde eine solche Veraenderung sehr interessant. Empfehlen kann ich auch den Besuch des Chelsea Markets, der sich an der 15th Street und 9th Avenue befindet. Archtitektonisch im Innern sehr speziell gestaltet und besondere kleine Shops haben sich hier angesiedelt.

Anschliessend bin ich durch den Stadtteil Greenwich gelaufen, der sich vor allem als sehr schoenes Wohnquartier anbietet und ziemlich ruhig ist. Im Washington Park gab es Musikanten, Blumen und Schachspieler.

New York hat fuer mich einen besonderen Vibe. Es ist ganz anders als Florida und ist meiner Meinung nach nicht das typische Amerika, das man (oder ich mir zumindest) sich so vorstellt. Es erinnert mich etwas an Beijing, vor allem wegen der Subway, die einerseits jener in Beijing ziemlich aehnlich, aber nicht so modern und viel unuebersichtlicher ist. New York ist durch seine verschiedenen Stadtteile sehr interessant und multikulturell. Neben Starbucks und anderen bekannten Marken, findet man hier vor allem biologische und vegetarische Lebensmittel, Wholefood Market ist eine sehr beliebte Kette. Daneben sieht Florida mit seinen riesigen Billboards und zahlreichen Fast Food Ketten ganz anders aus. New York ist irgendwie auch etwas europaeisch, es ist eine Mischung aus Allem und genau das macht New York so speziell und anziehend.

Peach hatte mir versprochen, dass wir abends Chinesisch kochen werden und dafuer in Chinatown einkaufen gehen. Aus diesem Grund machte ich mich dann zu Fuss auf die Suche nach Chinatown und Little Italy. Das Ergebnis war, dass ich die Broadway Street hinunterlief bis ich schliesslich so muede war, dass ich mich in ein Starbucks setzte und mir dieses neue Frappuccino namens “Coconut and Cream” mit Mocca Geschmack goennte und Postkarten schrieb.

Nach 17 Uhr beschloss ich dann, noch rasch zum Financial District zu fahren, wo ich auch sogleich den Ground Zero entdeckte. Leider war das Memorial Museum  gerade geschlossen worden und so konnte ich nur zwei Betonkloetze im Aufbau bestaunen. Schliesslich traf ich mich dann um 18:30 Uhr mit Peach an der Canal Street, wo Chinatown begann und somit alle  Souvenirlaeden mit billigem China-Ramsch waren. Wir besuchten den Hong Kong Supermarket, der mich so sehr an China erinnerte, dass es schon fast schmerzte: sie hatten alles, was man in China auch findet und sogar japanische und koreanische Produkte, so auch meine geliebten Melonen Glaces, die ich in Seoul gegessen habe.

Nachdem wir Unmengen an Esswaren eingekauft hatten, fuhren wir mit der Subway nach Queens (Astoria) zurueck, wo Peach fuer mich und sich selbst Xihongshichaojidan (Tomate und Ei) und eine Gemuesesuppe zubereitete.

Heute Morgen stand ich wieder um 9 Uhr auf, fuehlte mich jedoch ziemlich geraedert vom ewigen Herumlaufen und Tragen des schweren Rucksacks. Ich wartete auf Sophie, die mich heute begleitete. Gemeinsam fuhren wir zum suedlichsten Punkt Manhattens, dem Battery Park. Dort nahmen wir die Staten Island Ferry, die halbstuendlich gratis zwischen Manhatten und Staten Island verkehrt und in einiger Entfernung neben der Freiheitsstatue vorbeifaehrt. Das Wetter war sehr schlecht: auf der Faehre war es windig, bewoelkt und es regnete, was die Fotos nicht so gut erscheinen liess.

Kaum angekommen auf Staten Island, verliessen wir die Faehre und nahmen dieselbe einige Minuten spaeter wieder zuerueck. Wieder in Manhatten fuhren wir zum Times Square, da Sophie unbedingt Pizza essen wollte und mir Darcy eine Pizzeria namens Bella Vita am Broadway empfohlen hatte. Wir waren froh darueber, uns setzen zu koennen und im Warmen etwas essen zu koennen. Wir bestellten eine grosse normalen Margharita Pizza, die etwa 18 Dollar kostete und einfach nur riesig war (fast so gross wie unser kleiner Tisch). Geschmeckt hat sie natuerlich lange nicht so gut wie die richtigen italienischen, aber so schlecht war sie nicht.

Anschliessend  fuhren wir zu United Nations, wo wir an einer englischen Fuehrung durchs Gebaeude teilnahmen, was doch ziemlich interessant war. Vatikan wird “Holy Sea” genannt. Es gibt 192 Laender und der Vatikan und Palaestina haben Beobachterstatus. Unsere Fuehrerin war Japanerin und sprach perfekt Englisch.

Danach trennten sich um 17 Uhr unsere Wege und ich machte mich auf die Suche nach neuen Schuhen. In einem Schuhladen mit Ausverkauf wurde ich mit einem Paar Converse fuendig. Etwas muehsam finde ich, dass man immer mit dem gewuenschten Schuh zu einem Verkaeufer muss und den dann um die richtige Groesse bitten muss.

Den Rest des Abends verbrachte ich damit, dass ich zum Rockefeller Center fuhr und mir ein Sunrise and Sunset Ticket fuer 32 Dollar kaufte, das mir erlaubt am Abend und dann morgen bei Tageslicht nochmals vorbeizugehen. Die Aussicht ist wirklich ueberwaeltigend bei Nacht und man hat einen perfekten Ausblick aus das Empire State Building. Anschliessend habe ich mir auch noch den Times Square bei Nacht angesehen und bin mit einem Frappuccino von Starbucks zurueck gefahren….