Sonnenbrand

Auch diese Nacht habe ich nicht besonders gut geschlafen – es ist in unserem Zimmer ziemlich kalt und deswegen wachte ich wohl ab und zu auf. Um 8 Uhr stand ich dann auf, weil ich das gratis Fruehstueck zwischen 7 und 9 Uhr nicht verpassen wollte. Es bestand aus zwei Scheiben Toast (moeglicherweise koennte man sich auch mehr nehmen), Butter, Apfel oder Gemischtkonfituere, Orangensaft oder Kaffee und so Flakes mit Milch. Ganz nett, aber saettigt halt nicht so gut.

Die Lobby meines Hostels ist ganz stylisch, deswegen nennt es sich ja auch Decowalk Hostel. Sehr moderne Sessel und Sofas und eine kleine Bar und natuerlich einen Flachbildfernseher, wo man die Basketball Playoffs verfolgen kann (Miami gegen Philadelphia lief heute). Auch in meinem Zimmer hat es einen Flachbildfernseher, wofuer auch immer. Das Hotel befindet sich auf der zweiten Etage direkt am Ocean Drive am beruehmten Miami South Beach. Entlang dem Ocean Drive gibt es unzaehlige Bars und Restaurants, die Drinks servieren und es ist vor allem ein sehen und gesehen werden; so heulen haeufig mal die Motore eines tollen Autos auf. Die Lage ist somit fuer Partygaenger und Sonnenhungrige genau richtig.

Apropos Sonne: Ich habe mir leider zusaetzlich zu meiner Zeit in den Everglades noch einen schlimmeren Sonnenbrand eingefangen. Meine Haut an den Armen ist richtig heiss und schmerzt. Ich habe mich zwar eingecremt, aber vermutlich nicht gut genug oder die Sonneneinstrahlung ist einfach zu stark hier. Jedenfalls sehe ich nun wie so ein typischer Tourist aus und moechte am liebsten Morgen gar nicht mehr raus, da sich der Sonnenbrand sicher sonst nur noch verschlimmert.

Nach dem Fruehstueck mietete ich mir fuer 15 Dollar ein Velo von meinem Hostel. Leider war der Sattel viel zu tief eingestellt, aber was soll’s. Zuerst kurvte ich dem Ocean Drive entlang den Gebaeuden zu, die mir irgendwie von CSI Miami bekannt vorkamen. Der Strand ist eigentlich nichts besonderes. Anschliessend machte ich mich auf den Weg nach Miami Downtown. Ich benoetigte etwa eine Stunde, um entlang dem Highwaz ueber zwei Bruecken von Miami South Beach zu Miami Downtown zu gelangen. Zwischen diesen beiden Orten hat es noch so kleinere Inselchen, auf denen es schicke Villen mit Privatyachten hat.

In Miami Downtown angekommen hielt ich mich links (suedlich), da mir die Hostelfrau vom Norden abgeraten hatte. Ich fuhr ungefaehr dem Meer entlang bis nach Brickell und gelangte so durch den Financial District. Ich finde architektonisch besondere Hochhaeuser irgendwie faszinierend. Unterwegs hielt ich noch bei Bayside, einem typischen Touristeneinkaufsviertel. Hier besuchte ich auch zum ersten Mal den Starbucks. Ich bestellte einen Strawberry Frappuccino Tall fuer 4.25$ und die Barista fragte mich doch tatsaechlich, welchen Namen ich meinem Getraenk geben moechte. Als ich nur voellig verwirrt aus der Waesche guckte, meinte sie, meinen eigenen Namen. Zu meiner Ueberraschung schrieb sie meinen Namen komplett richtig auf! Das Getraenk sah irgendwie etwas anders aus als dasjenige aus der Schweiz.

Ich vermute mal, dass die meisten Geschaefte geschlossen waren weil heute Sonntag ist, aber irgendwie hat mich das trotzdem erstaunt und ehrlich gesagt bin ich von Miami etwas enttaeuscht. Ich habe es mir irgendwie spannender vorgestellt. Vermutlich truegt der Schein bei CSI Miami. Waehrend der Fahrt durch Miami Downtown sind mir zudem unzaehlige Ideen fuer neue Todesfaelle bei CSI Miami gekommen… XD

Gegen 14 Uhr machte ich mich dann wieder auf den Weg zurueck, was etwas laenger dauerte, da ich Gegenwind hatte. Ich fuhr rasch zum Hostel zurueck und machte mich dann auf den Weg zum napoletanischen Restaurant ” La Bufala”, das ich auf der Fahrt gesehen hatte. Unterwegs traf ich noch auf einen Supermarkt. Einige der Gemuesesorten wurden die ganze Zeit mit Wasser bespritzt und irgendwie konnte ich nirgendwo so eine Maschine zum Abwaegen entdecken. Im italienischen Restaurant bestellte ich mir dann auf Italienisch eine Pizza Margharita. Na ja, um ehrlich zu sein war sie ein Abbild einer amerikanischen Version einer italienischen Pizza: sie schmeckte zwar italienisch, hatte aber einen voll dicken Rand und irgendwie schwamm der Belag in der Mitte (war fluessig) und der Mozzarella war auch nicht optimal verteilt. Ich war etwas enttaeuscht, da doch alle Angestellten Italienisch zu sprechen schienen.

Danach fuhr ich wieder zurueck zum Hostel und schnappte mir mein Buch und ging etwas an den Strand, wo ich aber nicht allzu lange blieb wegen meinem schmerzenden Sonnebrand. Das Hostel hat auch eine Dachterrasse wo ich es mir bis zum Eindunkeln noch gemuetlich machte. Auch heute werde ich wohl wieder frueh ins Bett gehen, da ich ziemlich erschoepft bin. Morgen will ich Miami South Beach erkunden und eventuell noch nach Miami Downtown fahren mit dem Bus nach Little Havana…