Seoul 서울
Eine neue Aera der Asien-Entdeckung hat begonnen. Ziemlich spontan habe ich mich dazu entschieden, meine Sommerferien in Seoul und anschliessend in China zu verbringen. Es ist immer gut, wenn man Einheimische kennt – Hana, eine Suedkoreanerin, die ich in Beijing kennen gelernt habe, hat mich eingeladen/ueberstimmt.
Mit der Emirates flog ich am 6. Juli um 15:35 Uhr von Zuerich via Dubai nach Incheon. Es war ein eher unangenehmer und langer Flug. Auf dem Weg nach Dubai sass ich in einer kleinen Maschine neben einem Mann, der gebrochenes Schweizerdeutsch sprach und nach Sri Lanka wollte & neben einem Inder, der in der Schweiz arbeitet und lebt. Mit Letzterem entstand beim Verlassen des Flugzeuges in Dubai ein Gespraech. Zusammen durchquerten wir dann den Flughafen, die Sicherheitkontrolle und er begleitete mich zu meinem Gate, wo ich bis um 3 Uhr auf meinen Weiterflug warten musste. Am Flughafen in Dubai arbeiten uebrigens ganz viele verschiedene Nationalitaeten, aber vermutlich nur wenige Einheimische. Mich nerven die verschiedenen Sicherheitsbestimmungen etwas; in Dubai musste ich meine Tasche geschlossen in das Koerbchen legen, in Zuerich hingegen muessen die elektronischen Geraete und die Fluessigkeiten separat hingelegt werden.
Den Weiterflug nach Seoul durfte ich in der Maschine A380 verbringen, welche zwei Etagen hat (scheinbar mit Dusche fuer First Class-Kunden) und einfach riesig ist. Meiner Meinung nach ist Emirates aber nicht so eine gute Airline, wie sie immer gelobt wird. Das Essen fand ich langweilig und nicht gerade ideenreich, die Stewardessen brauchten endlos lange, bis sie endlich die leeren Tablets abholen kamen etc. Sehr positiv hingegen sind die vielen Filme, die man sich anschauen kann. Auf einer solch langen Strecke natuerlich wichtig. Ich sass zwischen einem nicht Englisch sprechenden Koreaner und einem fetten Araber (?), der beim Schlafen noch die Haelfte meines Sitzes mitnutzte, was mich ganz schoen nervte.
In Incheon (Flughafen etwas ausserhalb von Seoul) musste ich erst mal eine Passkontrolle ueber mich ergehen lassen, wobei mich der Typ nicht weiterlassen wollte, bis ich angegeben hatte, wo ich genau wohnen werde. Gluecklicherweise hatte ich die Telefonnummer meines Hostels dabei. Wahrscheinlich ist dies darum so, weil man als Schweizer fuer Suedkorea kein Visa benoetigt. Hier lernte ich den drei Jahre aelteren Ahmed aus Uganda kennen, der mich dann bis zum Baggage Claim begleitete.
Nach gut einer Stunde konnte ich dann endlich durch den Zoll schreiten, wo mir Hana schreiend in die Arme fiel. Es war etwas komisch, sie nach so langer Zeit wieder zu sehen, aber ich war froh, dass sie da war, denn diese unbekannt aussehenden koreanischen Schriftzeichen haetten mich doch etwas verwirrt. Auf uns wartete draussen wunderschoenes Wetter. Mit dem Airport Bus ging es dann nach Seoul. Auf dem Weg dorthin fielen mir bereits die ersten Unterschiede zu China auf: es ist viel gruener und es gibt nicht nur Hochhaeuser, sondern etwas 40% davon sind kleinere 3steockige Haeuser.
In der Innenstadt angekommen machten wir uns auf die Suche nach meinem Hostel (Seoulwise), welches sich gleich in der Naehe der Subwaystation Hongik University befindet. Das Hostel ist wirklich fabelhaft. Ich bin im mixed dorm, wo derzeit nur Maenner sind. Es ist auesserst sauber und wir haben ein eigenes Bad und Dusche. Zudem gibt es jeden Morgen gratis Fruehstueck und ich erhielt eine Subwaykarte zur Benuetzung ausgeliehen. Man wird also vollumfaenglich bedient. Auch der Besitzer ist sehr freundlich und hilfsbereit. Etwas, das ich allerdings immer wieder vergesse zu tun, ist, meine Schuhe gleich am Eingang jedes Zimmers auszuziehen. Ich finde diesen Brauch etwas muehsam und bin ehrlich gesagt froh, dass ich nicht im Winter hierhergekommen bin, sonst waere es naemlich noch umso umstaendlicher.
Nach einer kurzen Dusche und etwas Auspacken, ging’s dann auch schon in die Innenstadt mit Hana. Mittlerweile war es schon ungefaehr 19 Uhr, weshalb wir uns auf den Weg zu einem Markt machten, wo nur alte Leute sind. Dort assen wir in einem extrem dicht gedraengten Restaurant Pancakes aus Gemuese, im Oel gebraten. Dazu gab es natuerlich gratis Kimchi (DAS koreanische Nationalgericht) und Wasser. Die Pancakes, die eine traditionsreiche Speise sein sollen, schmeckten gut, trotz des vielen Oels. Mit Kimchi kann ich hingegen weniger anfangen, da dieses eingelegte Gemuese in scharfer Sosse serviert wird.
Nach dem Essen liefen wir durch die Stadt, da ich Hana bloss zu folgen brauchte, kann ich mich auch ueberhaupt nicht mehr an die Namen der Orte erinnern. Irgendwann gelangten wir dann zu einer beruehmten Strasse mit vielen Souvenir-Shops, die aufgrund der Dunkelheit aber schon langsam zu schliessen begannen. Aus diesem Grund fuhren wir dann mit der U-Bahn zu einem riesigen Platz, wo wichtige Statuen sind und einige wichtige Zeitungs- und TV-Firmengebaeude. Von dort aus gingen wir weiter zum kuenstlichen Fluesschen, das er jetztige Praesident – wenn ich es richtig in Erinnerung habe – erbauen liess. Es war sehr angenehm und schoen dort, trotz des durch den Beton eingerahmten Flusses. Als wir dort entlang liefen gab es an einer Stelle noch so ein Licht- und Musikspiel ueber dem Wasser.
Weil wir uns ausfuehrlich unterhielten, vergassen wir die Zeit, und so war es dann schon fast Mitternacht, als ich mit Hana, die mich begleiten wollte, beim Guesthouse ankam. Ein spannender und interessanter erster Tag.
