七九八
Wie bereits erwähnt, verlassen derzeit sehr viele ausländischen Mitstudenten das Wohnheim oder gar China. So auch die Koreanerin Hana, mit der ich erst seit ein paar Wochen durch die beiden Deutsch Sara und Isabel wirklich Kontakt habe. Hana flog heute Abend, Dienstag, nach Hause. Sie hielt sich den ganzen Montag frei, um ihn mit mir zu verbringen. Wir beschlossen, uns den Art District 798 hier in Beijing anzuschauen, der sehr gut auf Renés Blog beschrieben wird: Blogeintrag lesen.
Als ich pünktlich um 09:30Uhr morgens bei Hana an die Türe klopfte, öffnete sie mir verschlafen, entschuldigte sich und versprach, dass sie sich beeilen werde. Ehrlich gesagt nervt mich so was, aber hier in China habe ich gelernt mich zu gedulden und so fand ich es komischerweise doch nicht so tragisch als wir uns erst gegen 11 Uhr (weil sie unbedingt vorher noch bei mir ins Internet wollte) auf den Weg machten. Leider liegt das Künstlerviertel 798 ausserhalb des U-Bahn-Netzes, weshalb wir uns mit dem Taxi hinfahren liessen, was von unserer Uni aus 40 Yuan kostete. Hana mag es, mit den Taxifahrern zu diskutieren und hat deshalb ein Gespräch angefangen. Unser Taxifahrer war darüber erfreut und sprach ganz viel und leider – wie alle Chinesen, wenn sie denken, man verstehe es – ganz schnell, komischerweise habe ich aber trotzdem sehr viel verstanden.
Leider sind sehr viele der Ausstellungshallen montags geschlossen, was etwas enttäuschend war. Von einem Ausflug dorthin am Montag ist somit jedem abzuraten. Es gibt zahlreiche interessant eingerichtete Cafés und kleine Shops auf dem ganzen Gelände. Das Gelände ist meiner Meinung nach nicht sehr übersichtlich und häufig ist nicht klar, was sich im Innern genau befindet. Generell ist der Besuch des Künstlerviertels aber jedem Kunstinteressierten ans Herz zu legen, da es viele verschiedene Ausstellungen (verschiedene Kunststile) hat und das Geländer an sich schon sehr interessant ist. Der Eintritt in 798 (ausgesprochen: QiJiuBa) ist gratis, doch dafür sind die Cafés etwas teurer für chinesische Verhältnisse.
Da es sehr kalt war und dazu die eisige Bise ging, verliessen Hana und ich 798 bereits nach zwei Stunden und fuhren mit dem Taxi nach Yonganli, wo Hana im Silk Market noch ein paar gefälschte Souvenirs einkaufen wollte. Etwas ungewohnt für mich war, dass sie sich die ganze Zeit bei mir unterhakte, da dies anscheinend gute Freundinnen in Korea tun, ähnlich den Chinesinnen, die Händchen halten. Nach 17 Uhr fuhren wir dann endlich mit dem Taxi nach Hause. Unser Taxifahrer fragte gleich beim Einsteigen, ob ich aus Russland komme. In Beijing werde ich meistens entweder für eine Russin oder für eine Französin gehalten. Als wir seine Frage nach einem Boyfriend verneinten, meinte er: “找一个” (“Sucht einen!”), was witzig war.
Später am Abend trafen Hana, Sara, Isabel, Rufang (chinesische Freundin von Hana) und Bill uns im muslimischen Restaurant auf unserem Campus zum zweiten Abschiedsessen.
